U-Bahn-Chronik
1880 | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | | 2000
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Die 1990er Jahre
1990
1. Januar
Die BVG, BVB,
Deutsche Reichsbahn und VKP Potsdam (hieß damals noch so...)
haben eine Tarifgemeinschaft eingerichtet.
Seither gab es
einen sogenannten "A-Tarif" und "B-Tarif"
Der A-Tarif war für Bundesbürger und Westberliner bestimmt und
baute auf den alten BVG-Tarif auf.
Der B-Tarif galt für DDR-Bürger und Ost-Berliner. Westberliner
und Bundesdeutsche durften in Ost-Berlin den B-Tarif ebenfalls
benutzen, aber nur im Osten!!!
Folgende
Fahrpreise wurden festgesetzt:
A-Tarif: 2,70 DM (unverändert); B-Tarif: 2,00 DM, bisher 20
Pfennige.
5. März ![]()
Am
Spittelmarkt kam es, verursacht durch ausgelaufenes Getrieböl,
zu einem Auffahrunfall.
Ein Zug rutschte einem im Bahnhof stehenden hinten auf. 14
Verletzte.
6. April :
Seit diesem
Wochenende führt die BVG einen U-Bahn-Nachtverkehr in den
Wochenendnächten durch.
Es verkehren die Züge der U1 und U9 im Viertelstundentakt.
| Linie U1 | Schlesisches Tor - Zoolog. Garten - Ruhleben |
| Linie U9 | Rathaus Steglitz - Zoolog. Garten - Osloer Straße |
1990
Wagenpark BVG-West
Neue Züge für das Großprofil: Die Baureihe F-90
12. April ![]()
U-Bhf. Bernauer Straße (Linie U8)
wiedereröffnet.
Hierbei wurde zunächst nur der nördliche Zugang geöffnet, der
freien Zugang zur in West-Berlin gelegenen Bernauer Straße
bietet. Der Grund: Die Wirtschafts- und Währungsunion war noch
nicht in Kraft, ja noch nicht mal beschlossen. Daher war die
Grenze aus zollrechtlichen Gründen noch notwendig, auch wenn die
Mauer auf weiten Teilstücken bereits demontiert wurde.
18. Mai
Die
Währungsunion zwischen der BRD und DDR ist beschlossene Sache.
Unter diesem Hintergund werden bis zum Inkrafttreten alle noch
geschlossenen Bahnhöfe der U6 und U8 für die Wiedereröffnung
bei Inkrafttreten vorbereitet.
1. Juli
Die
Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion.
Im ihrem Inkrafttreten verliert die Ostmark ihre Gültigkeit und
wird durch die D-Mark-West abgelöst.
Diese Ereignisse haben umfangreiche Folgen für die U-Bahn:
Die Linien A und E werden in das Westberliner Liniennummernschema eingegliedert:
| Linie U2 | ex Linie A | Pankow - Alexanderplatz - Spittelmkt. - Otto-Grotewohl-Straße |
| Linie U5 | ex Linie E | Alexanderplatz - Frankfurter Allee - Tierpark - Hönow |
Intern wird die U2 "U2-A" oder "U2-Ost" genannt, da es im Westen ebenfalls eine U2 gibt.
Die ehemaligen Transitbahnhöfe der U6 und U8 wurden sämtlich wieder für die Fahrgäste frei gegeben. Hierbei waren in den Wochen zuvor einige Bauarbeiten notwendig:
Die Bahnhöfe der U6:
Stadion der Weltjugend:
Da dieser Bahnhof der letzte Bahnhof im Ostsektor vor der Grenze ist, wurde er mit größter Sorgfalt gesichert. So wurden die Bahnhofszugänge vermauert und mit Beobachtungsplätzen für die Grenzorgane versehen. Unter der Bahnsteigkante wurden Stacheldrahtrollen installiert, um ein Hindurchkriechen zu unterbinden. All diese Sicherungen mussten beseitigt werden.
Nordbahnhof, Oranienbgr.Tor, Französische Straße:
Bei diesen Bahnhöfen waren die Sicherungen nicht ganz so übertrieben, da es sich um Bahnhöfe handelt, denen ein Grenzbahnhof vorgelagert ist. Sinngemäß galt jedoch dasselbe, wie am Stadion der W'jugend.
Stadtmitte (Leipziger Straße):
Dieser Bahnhof ist wiederum ein Grenzbahnhof, der aufwendig gesichert ist. Der einzige Unterschied gegenüber Stadion der W'jugend besteht lediglich im Vorhandensein eines Verbindungsganges zur Ostberliner U-Bahnlinie A. Dieser Gang wurde zunächst noch nicht reaktiviert. Er ist geschossen.
Der Bahnhof Friedrichstraße war stehts in Betrieb und braucht daher zunächst nicht verändert werden.
Grundsätzlich gilt für alle Bahnhöfe, daß eine ausreichende Beleuchtung installiert wird und für die BVB(!)-Mitarbeiter wieder Diensträume hergerichtet werden. Die Wände bestehen entsprechend der Entstehungsgeschichte dieser Linie aus einer Putzarchitektur. (vgl. Nord-Süd-Bahn / ) Die Wände waren aufgrund der ungenügenden Unterhaltung und Reinigung sehr staubig und verdreckt. Hier war ein neuer freundlicher Anstrich notwendig.
Die Bahnhöfe der U8:
Die Bahnhöfe Bernauer Straße, Rosenthaler Platz und Jannowitzbrücke sind bereits wieder in Betrieb.
Die übrigen Bahnhöfe:
Weinmeisterstraße, Heinrich-Heine-Straße:
Auch hier war eine grundlegende Reinigung erforderlich. An der H.-Heine-Straße gilt als Grenzbahnhof das selbe wie bei den Bahnhöfen der U6.
Alexanderplatz:
In diesem U-Bahnhof waren umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich:
Auf dem Bahnsteig wurde in der Vergangenheit eine Bahnmeisterei der BVB errichtet. Diese musste verlagert und die Wände abgetragen werden. Der Zugang an der Dierksenstraße musste wieder begehbar gemacht werden, genauso wie die Verbindungstreppen zur Ladenstraße und zu den Bahnsteigen der Linie E. Über der Verbindungstreppe befand sich an diesem Tage der Hinweis, daß die Linie E über Stalinallee nach Friedrichsfelde fährt. Die Stalinallee wurde erst wenige Monate nach Schließung dieser Treppe umbenannt.
In allen Fällen galt, daß die U-Bahnhöfe an der Oberfläche wieder als solche erkennbar sein müssen. Die U-Transparente sind in den vergangenen Jahren alle entfernt worden.

10. September
Seit 1. Juli
war die U1 zwischen Gleisdreieck und Hallesches Tor
unterbrochen. Grund: Die Landwehrkanalbrücke wurde gegen einen
Neubau ausgetauscht. Die alte Brücke stammte aus der Anfangszeit
und wurde im Krieg schwer beschädigt. Damals wurde sie nur
gerichtet.
3. Oktober
Deutschland
ist wiedervereinigt.
Für die
U-Bahn von belang: Die beiden einzigen nicht in Berlin gelegenen
Bahnhöfe Paul-Verner-Straße und Hönow liegen nun im Berliner
Bezirk Hellersdorf.
30. November
Der
Mäusetunnel im Bahnhof Stadtmitte wurde wiedereröffnet.
9. Dezember
Die BVB/BVG
setzt einen G-I-Zug auf der Westlinie U1 ein.
15.April
Hochbahnhöfe
Bülowstraße und Nollendorfplatz: Die "Nolle" und der
Türkische Basar
Welcher Berlintourist kannte ihn nicht, den Flohmarkt im U-Bahnhof Nollendorfplatz?
1973 verpachtete die BVG den seit stillgelegten Hochbahnhof an Trödler. Hierzu wurden 16 ausrangierte A2-Wagen im Bahnhof abgestellt, die die Trödler als Verkaufsräume nutzen konnten.
Besonders bekannt
wurde die Gaststätte "Zur Nolle", eine Kneipe, in der
es auch Musikauftritte gibt. Seit konnte in ähnlicher Weise
der benachbarte Bahnhof Bülowstraße genutzt werden. Dort gab es
anfangs ein Gastronomiezentrum namens "U-Tropia".
Später wurde daraus der Türkische Basar. Die beiden Bahnhöfe
waren seither durch eine Straßenbahn miteinander verbunden.
Diese Einrichtungen erfreuen sich allseits größter Beliebtheit.
Durch die Veränderung der politischen Umstände in der Stadt
seit war nun kein Platz mehr für diese Sehenswürdigkeiten.
Die BVG hat die Pachtverträge aller Nutzer zu jenem Tage
aufgehoben.
Für den durchgehenden U-Bahnbetrieb sind diese beiden Bahnhöfe unerlässlich.
18. Juli
Die M-Bahn (Gleisdreieck -
Kemperplatz) erhielt an diesem Tage die offizielle
Betriebsgenehmigung der Technischen Aufsichtsbehörde. Somit ist
die M-Bahn ein Regelangebot der BVG und damit Fahrgeldpflichtig.
31. Juli
Die M-Bahn
wird stillgelegt. Ganze 13 Tage war die M-Bahn Berlins modernstes
Verkehrsmittel.
Die Trasse dieser Bahn wird für die Reaktivierung der
U-Bahnverbindung Wittenbergplatz - Alexanderplatz benötigt. Der
Abriss der M-Bahn ist unumgänglich.
1. August
Die BVG-West
erhöht die Fahrpreise: Eine Fahrt im A-Tarif kostet anstatt 2,70
DM nun 3,00 DM.
3. Oktober
Auf
Senatsebene wurde die Umbenennung einiger U-Bahnhöfe im Osten
angeordnet:
| Alter Name | Neuer Name | |
| Linie U2-Ost | Dimitroffstraße | Eberswalder Straße |
| Linie U2-Ost | Otto-Grotewohl-Straße | Mohrenstraße |
| Linie U5 | Marchlewskistraße | Weberwiese |
| Linie U5 | Frankfurter Tor | Rathaus Friedrichshain |
| Linie U5 | Albert-Norden-Straße | Kaulsdorf-Nord |
| Linie U5 | Heinz-Hoffmann-Straße | Grottkauer Straße |
| Linie U5 | Paul-Verner-Straße | Louis-Lewin-Straße |
| Linie U6 | Stadion der Weltjugend | Schwartzkopffstraße |
| Linie U6 | Nordbahnhof | Zinnowitzer Straße |
Ein paar
persönliche Worte:
Umbenennungen
sind der bequemste Weg der Vergangenheitsbewältigung!
Ist ja direkt ein Wunder, dass Rosa-Luxemburg und Karl-Marx nicht
dran glauben mussten.
Nur: Warum gibt es den Nord-Bahnhof nicht mehr? Nur weil es den
echten Bahnhof nicht mehr gibt? Dann hätte der U-Bhf. Görlitzer
Bahnhof auch in "Görlitzer Park" umbenannt werden
müssen!
1991
U-Bahnhof
Paradestraße wurde modernisiert. Er erhielt eine neue
Fliesenverkleidung.
1. Januar
Die BVG West
und die BVB (BVG-Ost) wurden zu diesem Tag vereinigt.
Offizieller Name: "Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG),
Eigenbetrieb von Berlin"
Gut für Sie. Und Berlin.
Da es sich anfänglich noch um einen "Eigenbetrieb" handelte, war über dem gelben Quadrat noch auf weißem Grund der Berliner Bär angeordnet. Er entfiel .
Februar
(Wieder-)
Baubeginn der U8 zum Bahnhof Hermannstraße
Der Tunnel dieser Strecke existiert bereits seit /30
13. April
Die Linie
U2-Ost wird zwischen Alexanderplatz und Mohrenstraße zwecks
Bauarbeiten stillgelegt. Die Strecke muss auf diesem Abschnitt
grundinstandgesetzt werden. Unter anderem stellte sich bei
Testfahrten mit A3-Zügen heraus, dass diese Baureihe in den
Kurven extrem entgleisungsgefährdet ist.
7. Mai
Seit 4. Mai
wurden die Verkehrsmittel der BVG bestreikt.
Bis auf die Linien U2-Ost und U5 fuhr keine U-Bahn. Am 7. Mai
wurde gegen 12 uhr auch auf den Ostlinien der Zugverkehr
eingestellt.
31. Mai
Im Westen der
Stadt werden einige U-Bahnhöfe umbenannt:
| Alter Name | Neuer Name | |
| Linie U1 | Olympia-Stadion | Olympiastadion (Ost) |
| Linie U6 | Tegel | Alt-Tegel |
| Linie U6 | Tempelhof | Tempelhof (Südring) |
| Linie U7 | Neukölln | Neukölln (Südring) |
| Linie U8 | Kottbusser Damm (Schönl.str.) | Schönleinstraße |
| Linie U9 | Putlitzstraße | Westhafen |
August
Die Bahnhöfe
der U6, die noch 80 Meter lang sind, sollen sämtlich auf 110
Meter verlängert werden. Die Bauarbeiten begannen nun auf dem
ersten Bahnhof: Oranienburger Tor.
2. Oktober
Die Linie
U2-Ost wird wieder im vollen Umfang von Pankow bis Mohrenstraße
betrieben. Die Gleisanlagen sind umfangreich instand gesetzt
worden.

5. Oktober
Der Bahnhof Stadtmitte verliert seine
Zusatztitel: Der Bahnsteig der U2-Ost trug den Nebennamen
"Mohrenstraße" und der Bahnsteig der U6 den Nebennamen
"Leipziger Straße".
1992 Wagenpark
Für das
Großprofil beschafft die BVG den Fahrzeugtyp F-92, ein
Nachfolger des F-90ers.
Für die
Ost-Züge wird eine Umummerierungs-Aktion durchgeführt. Hierbei
werden die G-I-, D-I- und E-III-Züge in das im Westen bestehende
Nummernschema eingegliedert:
Die G-Züge erhalten in Reihenfolge ihrer Auslieferung
Wagennummern ab 499 rückwärtszählend. Die E-Züge dagegen
werden im Nummernbereich und eingegliedert.
Die D-I-Züge dagegen erhalten schlicht ihre alten Wagennummern
zurück, die sie bis besaßen.
1. Januar
Die BVG passt
im Einvernehmen mit der Reichsbahn die Fahrpreise an.
Ein A-Tarif-Fahrschein kostet anstatt 3,00 nunmehr 3,20 DM.
30. März
Der Bahnhof
Karl-Marx-Straße wurde zu dieser Zeit modernisiert. Hierbei
erhielt er eine neue Bahnsteigkante. Teile dieser Kante stürzten
am 25. März wegen undachgemäßer Verarbeitung in das Gleis. Bis
zum 30 März blieb der Bahnhof deshalb geschlossen und die Züge
fuhren ohne Halt durch.
1. Juni
Auf der Linie
U9 wird der Zugfahrer-Selbstabfertigungsbetrieb (ZSA)
eingeführt. Die Zugabfertiger dagegen sind nunmehr
"Bahnhofsbetreuer".
August
An der
Warschauer Brücke beginnen die U-Bahnreaktivierungs-Arbeiten.
Der Streckenabschnitt über die Oberbaumbrücke soll wieder an
das U-Bahnnetz angeschlossen werden. Dort ruht der Betrieb seit
.
Oktober
Die BVG
erhält für ihre Kleinprofilstrecken eine neue
Fahrzeuggeneration: Den Wagentyp A3L92.
13. November
Ab durch die Mitte:
Sonderzug nach Pankow
Der Lückenschluss durch die U2.
Der
13.November war ein historisches Datum:
An diesem Tage wurde das U-Bahnnetz Berlins wiedervereinigt.
Genauer: Die Ostberliner Linie A, die seit U2 heisst, wurde
mit dem Westberliner Kleinprofilnetz verbunden.
Diese Strecke hat es natürlich schon früher gegeben: Der
Abschnitt Wittenbergplatz bis Gleisdreieck wurde am 11.März
mit den Bahnhöfen Nollendorfplatz und Bülowstraße eröffnet.
Den Bahnhof Gleisdreieck fügte man ein. Die Strecke vom
Gleisdreieck bis zum Potsdamer Platz wurde am 18.Februar
eröffnet und ist Bestandteil der ältesten U-Bahnstrecke
Berlins. Der Bahnhof Potsdamer Platz selbst jedoch entstand erst
mit der damaligen Bezeichnung Leipziger Platz.
Die fortführende
Strecke bis Mohrenstraße entstand erst im Oktober . Die
Strecke wurde seit als Linie A bezeichnet. Durch die Teilung
Berlins verlief die Sektorengrenze am Potsdamer Platz, der
Bahnhof Potsdamer Platz selbst dagegen lag bereits im Ostsektor.
Am 13.August wurde der U-Bahnbetrieb unterbrochen:
Die östlichen Züge endeten am Bahnhof Mohrenstraße, der damals
noch Thälmannplatz hieß. Die westlichen Züge dagegen befuhren
noch einen Teil dieser Strecke und endeten im unteren
Bahnsteigbereich des Bahnhofes Gleisdreieck. Später wurde
hieraus die Linie 2, die zur Krummen Lanke fuhr. Am Abend des
31.Dezember befuhr ein letztes Mal ein Zug der Linie 2 diese
Strecke, daraufhin war bereits am Wittenbergplatz Endstation der
Linie 2. Die Stillegung wurde begründet mit dem weitgehend
parallelen Verlauf der Linie 1. Autobusse konnten die Fahrgäste
dieser Strecke bequem abfangen.
In der Folgezeit
wurde die Strecke sich selbst überlassen. Die Strecke im
Ostsektor dagegen wurde bis auf gesamter Länge als
Kehranlage von der BVG-Ost genutzt, sie war darauf zwingend
angewiesen. Hier gibt es eine weitgehend unbekannte Kuriosität:
Südlich des Bahnhofes Potsdamer Platz befindet sich eine
Kehranlage, die von der BVG-Ost benutzt wurde. gab es einen
Gebietstausch, wobei das Gelände südlich des Potsdamer Platzes
an Westberlin fiel. Die Besonderheit bestand nun darin, daß die
BVG-Ost weiterhin diese -nun in Westberlin gelegene- Kehranlage
genutzt hat! Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, was sich
die Grenzorgane der DDR haben einfallen lassen, um einen sicheren
Betrieb mit "zuverlässigen" Personal auf diesen
wenigen Metern Gleis durchzuführen.
Im Westen dagegen wurden die Gleisanlagen der Forschung zur
Verfügung gestellt. (siehe M-Bahn)
Nachdem die Grenzen wieder offen waren, schien es klar, daß
diese wichtige U-Bahnverbindung wieder reaktiviert werden sollte.
Mit den Bauarbeiten wurde im April begonnen. Zunächst
wurden die Pachtverträge vom Türkischen Basar, der im Bahnhof
Bülowstraße untergebracht war, und von der Nolle, dem Flohmarkt
im Hochbahnhof Nollendorfplatz, gekündigt. Die zwischen diesen
beiden Bahnhöfen verkehrende Straßenbahn wurde ebenfalls
abgebaut. Im Juli wurde auch die M-Bahn am Bahnhof
Gleisdreieck eingestellt und in den Folgemonaten beseitigt und
für Jahre samt Schienen zwischengelagert. Weiter ging es im
Osten: Dort mußten die Grenzsicherungsanlagen beseitigt werden.
Hierbei offenbarte sich, daß der Bahnhof Potsdamer Platz, der
mitten im Grenzgebiet lag, grundsaniert werden mußte.
Schließlich fand in diesem Bahnhof seit August keinerlei
öffentlicher U-Bahnverkehr mehr statt.
So war Ende die Baufreiheit erreicht, so dass mit den
Aufbauarbeiten für den durchgehenden U-Bahnverkehr begonnen
werden konnte. Die gesamte Hochbahnkonstruktion von der Rampe
Kleiststraße bis zur Landwehrkanalbrücke wurde instandgesetzt,
ja zum Teil völlig neu gebaut. Die Bahnhöfe Nollendorfplatz und
Bülowstraße wurden entkernt, der Bahnhof Potsdamer Platz
rekonstruiert. Die Rampe am Potsdamer Platz wurde völlig neu
gebaut, sie mußte steiler angelegt werden um zwischen oberen
Rampenende und Kanalbrücke einen mindestens 120 Meter langen
Gleisabschnitt in ebener Gradiente zu erhalten: Dort war ein
Zwischenbahnhof namens "Hafenplatz" (Arbeitstitel)
vorgesehen. (Dieser Bahnhof wurde am 2.Oktober mit dem Namen
"Mendelssohn-Bartholdy-Park" eröffnet)
Ein besonderes Problem bestand allerdings noch auf der Linie A:
1.: Die Signalanlagen verfügten noch von alters her über
mechanische Streckenanschläge. Diese sind im Westen bereits in
den 60er Jahren verschwunden und durch magnetische Fahrsperren
ersetzt worden.
2.: wurde aus verschiedenen Gründen die Spannungsversorgung
durch eine Umpolung in den Schienen geändert.
Zunächst mußten diese Unterschiede angeglichen werden, also
eine Umstellung auf magnetische Fahrsperren und die Rückpolung
auf den Zustand vor . Dies bedeutet natürlich einen
erheblichen Aufwand auch an den Zügen im Ostnetz, doch wurde
dies erfolgreich bereits an einem G-Zug durchgeführt, der seit
im Westnetz lief.
Ausserdem zeigten sich insbesondere im kurvenreichen Abschnitt
zwischen Mohrenstraße und Alexanderplatz derartige Schäden und
Gefahrenpunkte, daß eine Grundsanierung der Strecke als
erforderlich erschien. Aus diesem Grunde wurde die U2 von April
bis Oktober bis Alexanderplatz zurückgezogen.
Im November waren die Bauarbeiten abgeschlossen, so dass die
Strecke im Rahmen der U2 eröffnet werden konnte.
Bei dieser Gelegenheit wurde das gesamte Kleinprofilnetz
umgestaltet:
Die U2 fuhr nun von Pankow bis nach Ruhleben. Die U1, bisher nach
Ruhleben fahrend, fuhr nun vom Schlesischen Tor kommend nach
Krumme Lanke, wo bisher die U2 hinfuhr. Die kurze U3 von
Wittenbergplatz bis Uhlandstraße wurde in die U1 eingegliedert
und erhielt die Bezeichnung U15. Für den Nachtverkehr von
Ruhleben zum Schlesischen Tor, bisher Aufgabe der U1, wurde die
neue Linie U12 eingerichtet.
***
Die veränderten U-Bahnlinien seit 13. November
| Linie U1 | Schlesisches Tor - Wittenbergplatz - Krumme Lanke |
| Linie U12 | Schlesisches Tor - Wittenbergplatz - Ruhleben (nur bei Veranstaltungen) |
| Linie U15 | Kottbusser Tor - Wittenbergplatz - Uhlandstraße |
| Linie U2 | Vinetastraße - Alex - Wittenbergplatz - Ruhleben |

Ende November
G-Züge auf
das Abstellgleis?
Alle G-Züge
wurden aus dem Einsatz genommen. Dies war notwendig, seit diese
Züge im gesamten Kleinprofilnetz zum Einsatz kommen. Es zeigten
sich Schäden, die nicht vorauszusehen waren.
Später wurden die neueren Züge aufgearbeitet und wieder
fahrfähig gemacht. Die älteren Züge dagegen wurden endgültig
abgestellt und später ausgemustert.
1. Januar S-Bahn
Die Deutsche
Reichsbahn und die Deutsche Bundesbahn haben zur DB AG
fusioniert.
Gleiszeitig gab die BVG den S-Bahnbetrieb im Westen der Stadt an
den Reichsbahn-Nachfolger zurück.
1. Januar
Die BVG
firmiert um ein eine "Anstalt":
Berliner Verkehrsbetriebe (BVB), Anstalt des öffentlichen
Rechts.
Bisher war die BVG ein Eigenbetrieb der Stadt.
1. Januar
Die
Fahrpreise werden erhöht:
Tarif A von 3,30 DM auf 3,50 DM, Tarif B von 2,80 DM auf 3,10 DM.
19. Januar
Die A3L92er
fahren erstmals im Fahrgasteinsatz. Sie wurden seit November
ausgeliefert.
13. Februar
Am Morgen
dieses Tages ist die A3-60-Einheit 989/988 in der Kehrgleisanlage
Spittelmarkt ausgebrannt.
März
Im Bereich
Strausberger Platz, Samariterstraße und Hönow auf der U5 wurde
begonnen, magnetische Fahrsperren zu montieren. Auf der U5 sind
-als letzte Berliner U-Bahnlinie- noch mechanische Fahrsperren im
Einsatz. Die magnetischen Fahrsperren können erst dann in
Betrieb genommen werden, wenn die E- sowie D-I-Züge entsprechend
hergerichtet sind. Die E-Züge haben niemals magnetische
Einrichtungen besessen, den D-I-Zügen wurden sie genommen, als
sie nach Ostberlin verkauft wurden.
April
Der U-Bhf.
Oranienburger Tor wurde nach Umbau fertiggestellt. Er verfügt
nun über einen 110 Meter langen Bahnsteig, ausreichend für
6-Wagenzüge. Seit Einsatz der D/DL-Züge können nur
Vier-Wagenzüge auf dieser Strecke eingesetzt werden, da viele
Bahnhöfe noch die kurzen Bahnsteige besaßen.
Mai
Die letzte
A3L92.1-Einheit wurde an die BVG ausgeliefert. Unmittelbar
anschließend begann die Auslieferung der zweiten Teilserie
(A3L92.2)
13. Juli
Unfall auf
der Linie U8
Um 17.30 Uhr kam
es auf der Linie 8 zu einem schweren Zugunglück.
Wegen einer Signalstörung im Stellwerk Gesundbrunnen gab es auf
dieser Linie in Richtung Paracelsusbad einen Rückstau bis zur
Weinmeisterstraße. Der letzte Zug des "Staus", ein Zug
der Baureihe D, stand dort am Bahnsteig.
Der Zugführer des folgenden Zuges fuhr anordnungsgemäß "auf Sicht", das bedeutet, daß der Zug mittels einer besonderen Steuerung auch über rote (gestörte) Signale fahren darf und kann. Normalerweise würde der Zug zwangsgestoppt werden. Eine Dienstanordnung besagt, daß der Zug nur mit 20 Km/h das rote Signal passieren darf, sodaß der Zug sofort stoppen kann, falls dies die betrieblichen Erfordernisse verlangen.
Der Fahrer fuhr jedoch schneller als erlaubt und durchfuhr die engen Kurven zwischen den Bahnhöfen Alexanderplatz und Weinmeisterstraße. Da die Strecke unübersichtlich ist, hat der Fahrer zu spät erkannt, daß noch ein Zug am Bahnsteig im Bahnhof Weinmeisterstraße stand und fuhr diesem auf.
Zu Schaden kam der letzte Wagen des stehenden Zuges, ein D-65er ( Wgnr. 2196) und der erste Wagen des auffahrenden Zuges, ein F-92er, Wgnr. 2995, und somit einer der neuesten Berliner U-Bahnwagen. Es kamen 11 Fahrgäste zu Schaden, davon einer schwer.
Tempolimits:
Ähnlich wie im Straßenverkehr herrschen auch in den U-Bahntunneln Tempolimits. Nur mit dem Unterschied, daß diese Höchstgeschwindigkeiten peinlich genau einzuhalten sind. Schließlich hängen von einer unüberlegten Fahrweise des Zugpersonals viele Menschenleben ab. So gibt es eine Regelhöchstgeschwindigkeit für die einzelnen Linien. Optional gibt es natürlich -gerade bei den Streckenverhältnissen in Berlin- dauerhafte sogenannte "Langsamfahrstellen" und weitere Langsamfahrstellen in Bereichen von Baustellen oder bei besondern Betriebsvorkommnissen.
Es gelten folgende Limits:
U1 und U15: Grundsätzlich 60
km/h
Zwischen Nollendorfplatz und Schlesisches Tor: 50 km/h (Wegen
Hochbahn)
U2: grundsätzlich 60
km/h
Zwischen Vinetastraße und Bülowstraße 50 km/h (Wegen Hochbahn
und enger Kurvenradien in der Innenstadt.)
U4: 60 km/h
U5: 60 km/h
U6: grundsätzlich 60
km/h
Zwischen Reinickendorfer Straße und Kochstraße 50 km/h (wegen
der zum Teil sehr schlechten Gleise in der ehemaligen
Transitstrecke)
U7: grundsätzlich 70
km/h
Zwischen Hermannplatz und Grenzallee 60 km/h (viele kurze aber
heftige Kurven)
U8: grundsätzlich 70
km/h
Zwischen Gesundbrunnen und Leinestraße 50 km/h (viele
Kurvenradien auf der alten GN-Bahn und siehe auch Linie 6!)
U9: 70 km/h
keine eingeschränkten Limits, da weitgehend geradlinige
Streckenführung.
Insbesondere in
Kurven gibt es eine Vielzahl übergeordneter Begrenzungen, die
bis 25 km/h herunter reichen.
Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl betrieblicher Tempolimits:
(Auswahl)
Unbefugte Person
im Gleis vermutet: 25 km/h
Bahnhofsdurchfahrten: 25 km/h (nur in Verbindung mit Signal Z6:
Grüne Zugspitzenlampe)
Fahren auf Sicht: 20 km/h
Bei einem Tier im Gleis oder bei nicht ausreichender Sicht durch
Nebel oder Rauch liegt es im Ermessen des Zugfahrers, wie schnell
er fährt. (Man beachte den Unterschied, der zwischen Tier und
vermuteter Person gemacht wird!)
(Daten entnommen aus "Dienstvorschriften U-Bahn (DVU)" )
8. Juli
Die
Stromfresser werden ausgemustert
Ursprünglich wollte die BVG die Ausmusterung der E-III-Züge
zeitlich bis strecken, doch wegen der enormen Betriebs- und
Unterhaltskosten wurden diese Züge aus DDR-Produktion
kurzfristig komplett aus dem Einsatz genommen.
Die E-Züge
(Gebaut zwischen und ) entstanden zu einem wesentlichen
Teil aus altgedienten Bauteilen der S-Bahn. (Spätestens die
Fahrgeräusche verrieten die Herkunft dieser Motoren)
Die E-Züge konnten stets nur auf der U5 eingesetzt werden. Die
lag unter anderem daran, dass diese Züge nicht für den Einsatz
auf magnetisch gesicherten Strecken ausgelegt waren. Ausserdem
reichte die relativ behäbige Fahrdynamik für einen Einsatz auf
anderen Linien nicht aus. (Man stelle sich einen der E-Züge auf
der Linie 9 vor!) Es gab versuche, einen E-Zug auf anderen Linien
zu testen. Dieser Versuch scheiterte bereits im Waisentunnel, da
dieser in der ersten Kurve zu eng für einen E-Zug ist. Der
Versuch wurde sofort abgebrochen.
16. Juli
Offizielle
Abschiedsfahrt von zwei geschmückten E-Zügen auf der Linie U5.
24. September
Die U8 fährt
vor!
Die Linie U8 wird ab Paracelsus-Bad nach Norden verlängert. Neu
sind die Bahnhöfe Lindauer Allee, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Rathaus Reinickendorf und Wittenau (Wilhelmsruher
Damm)
Näheres zur dieser U-Bahnverlängerung
| Linie U8 | Leinestraße - Hermannpl. - Alex - Paracelsus-Bad - Wittenau |
Mit der
Eröffnung der U8 nach Wittenau wird die gesamte Linie auf
ZSA-Betrieb umgestellt. Zu Einsatz kamen ausschließlich
F90/92er, also die damals neuesten U-Bahnzüge.
Auf der U9 wird seit ebenfalls im ZSA-Betrieb gefahren.
1. Januar
...und wieder
eine Fahrpreiserhöhung
Herausragende Änderung: Im Einzelfahrscheinwesen gibt es die
Unterscheidung zwischen A- und B-Tarif nicht mehr. Nur noch bei
Dauerkarten. Diese Regelung wurde zum Jahresbeginn für die
einkommenschwächeren Ostberliner eingeführt.
Der Einzelfahrschein (Gesamtstrecke) kostet nun einheitlich 3,70
DM
April
Die letzte
Einheit des Zugtyps A3L92.2 ist eingetroffen. Eine Dritte
Unterserie dieses Typs wird erwartet.
Mai
Einsturzgefahr
am Viktoria-Luise-Platz
Die Eingangsumwehrung dieses eröffneten Bahnhofs musste
abgetragen werden, da sie einsturzgefährdet war. Sie wird
originalgetreu wieder aufgebaut, da unter Denkmalschutz.
28. September
Pressevorstellung
des Typs H
Ein neuer Großprofilzug für Berlin
14. Oktober
Der Zukunft
neue Wege Bahnen,
auf Oberbaum und Niederflur
Die Inbetriebnahme der Strecke auf der Oberbaumbrücke
Lückenschluß
zur Warschauer
Straße
Am 14.Oktober wurde die U1 und U15 vom Schlesischen Tor bis
zur Warschauer Straße erweitert.
Bei dieser Strecke handelt es sich um eine der ältesten
Hochbahnstrecken überhaupt. Sie wurde am 18.Februar bzw. am
17.August erstmalig in Betrieb genommen. Damals gab es auf
dieser Strecke noch den Zwischenbahnhof Stralauer Tor, der nach
"Osthafen" hieß. Dieser Bahnhof wurde am 10.März
aufgrund seiner schweren Zerstörungen stillgelegt und
später abgerissen. Nur der Bahnhof "Warschauer
Brücke" wurde wiedereröffnet. Dort wurde der Verkehr am
15.Oktober wieder aufgenommen, nachdem die Oberbaumbrücke
behelfsmäßig wiederhergerichtet werden konnte. Seit Dezember
wurde die Strecke wieder zweigleisig betrieben. Auf ihr fand
zuvor der letzte behelfsmäßig eingleisige Zugbetrieb der
Nachkriegszeit statt. Der Verlauf der deutschen Geschichte wollte
es so, daß die Oberbaumbrücke, bereits im Ostsektor liegend,
die Sektorengrenze zwischen Ost und West darstellte. Aufgrund der
Teilungsabkommen zwischen BVG-West und BVG-Ost im Jahre
(Friedenauer Verträge) gehörte der im Osten liegende Bahnhof
Warschauer Brücke noch zum Verwaltungsbereich der BVG-West. Die
Betriebswerkstatt im selben Bahnhof jedoch wurde im August
geschlossen.
Am 12.August fuhr letztmalig ein U-Bahnzug zur Warschauer
Brücke. Am Folgetag wurde die Sektorengrenze befestigt und
unüberwindlich. Kurz darauf entstand auch hier die Mauer. Der
Bahnhof Warschauer Brücke wurde ausser Betrieb genommen und
erfüllte nachfolgend völlig andere Aufgaben. So wurde er für
VEB Taxi als Werkstatt genutzt, auch das Lampenkombinat NARVA
nutzte den Bahnhof als Lagerhalle. Der Magistrat des Ostsektors
betrachtete diese inzwischen völlig entstellte Anlage als
Denkmalwürdig und trug sie in die Liste des
"Nationalen Kulturerbes der DDR" ein; an der
Bausubstanz jedoch änderte sich in der Folgezeit nichts.
Erst nachdem Berlin wiedervereinigt war, konnte ein
zweckdienlicher Wiederaufbau von Bahnhof und Strecke in Angriff
genommen werden. Vielfach bedeutete der Wiederaufbau ein
faktischer Neubau: Einige Bauwerke sind im Laufe der Mauerjahre
abgerissen worden, sie mußten wiederaufgebaut werden. In diesem
Zusammenhang wurde auch die Oberbaumbrücke umfassend
rekonstruiert und dem historischen Vorbild angeglichen. Der
Bahnhof Warschauer Brücke wurde ebenfalls weitgehend neu gebaut,
wobei die historische Bahnsteighalle und das charakteristische
Reiterstellwerk von erhalten geblieben sind.
Mit der Wiedereröffnung am 14.Oktober erhielt der Bahnhof
Warschauer Brücke den neuen Namen "Warschauer
Straße", in Anlehnung an den benachbarten gleichnamigen
S-Bahnhof.
***
| Linie U1 | Warschauer Straße - Schlesisches Tor - Wittenbergplatz - Krumme Lanke |
| Linie U15 | Warschauer Straße - Kottbusser Tor - Wittenbergplatz - Uhlandstraße |

20. Oktober
Aufgrund der
"historischen" Lage in der Nähe der Grenze erhält der
Bahnhof "Kochstraße" einen Zusatznamen und heißt
seither "Kochstraße
(Checkpoint Charlie)".
Oktober
Die
Auslieferung der letzten A3-Züge wurde abgeschlossen. Es sind
die A3L92.3er.
Als Nachfolger wird ein Gliederzug ähnlich dem H-Typ entwickelt.
Anfänglich hatte er den Arbeitstitel "A4" doch die
Bezeichnung wurde in "HK" geändert. (Warum eigentlich?
Hat der Ingolstädter Autohersteller Krach gemacht?)
1. Januar
Die
Fahrpreise werden erhöht:
Eine Einzelfahrt steigt von 3,70 DM auf 3,90 DM
Frühjahr
Der U-Bahnhof
Ernst-Reuter-Platz erhält eine neue Fliesenverkleidung.
Es wurden blaue Fliesen im Mauerwerksverband verarbeitet. Die
letzte Renovierung fand statt.
2.Juni
Bahnhof
Rathaus Friedrichshain
In den vergangenen Tagen gab es viel Aufregung um die Umbenennung des U-Bahnhofes "Rathaus Friedrichshain".
Die Bezirksverordneten-Versammlung beschloss Anfang des Jahres zum heutigen Tag die Rückbenennung dieses Bahnhofes in "Frankfurter Tor". Zwischenzeitlich wurden die neuen Netzspinnen und Fahrpläne mit dem Namen "Frankfurter Tor" gedruckt und in den Handel gebracht, bzw. in den Fahrzeugen und auf den Bahnhöfen plakatiert. Jedoch am 29.Mai, also wenige Tage vorher, wurde dieser Beschluss auf Bezirksebene durch die übergeordnete Senatsverkehrsverwaltung aufgehoben. Statt dessen erhält der Bahnhof den Namen, mit dem dieser Bahnhof Ende eröffnet wurde: "Petersburger Straße".
Eine Umbenennung dieses Bahnhofes wird erforderlich, nachdem die Bezirksdienststellen umgezogen sind und der bisherige Name dadurch seine Aktualität verloren hat.
13. Juli
Die U-Bahn
zur Hermannstraße
Die Verlängerung
der U8 zur Hermannstraße
Am 16.Juli wurde die U8 um etwa 700 Meter Richtung Süden
erweitert. Neu eröffnet wurde hierbei der U-Bahnhof
Hermannstraße, der zugleich ein Umsteigebahnhof zum Südring der
S-Bahn darstellt.
Der Eröffnung im Sommer ging eine sehr abwechslungsreiche
Geschichte voraus:
Erste Planungen zum Bau einer U-Bahn unter der Hermannstraße
datieren aus der Zeit um . Schon damals visierte man als
südlichen Endpunkt den Bahnhof der Ringbahn an der
Hermannstraße an. Freilich war Neukölln damals noch eine
eigenständige Stadt, die bis den Namen Rixdorf trug.
Konkret wurde die Streckenplanung der Hermannstraßen-U-Bahn um
, als die Stadt Neukölln auf eigene Faust mit dem Bau der
GN-Bahn unter der Hermannstraße begann. Die GN-Bahn war damals
krisengeschüttelt: Ihr Bau begann , doch der Erste Weltkrieg
zwang den damaligen Bauherr, die AEG, zur Einstellung der
Bauarbeiten. Erst nachdem das Projekt von der städtischen
Nord-Süd-Bahn-AG übernommen wurde, konnte mit einem Bau
auf breiter Front begonnen werden. Damals war der Bau der GN-Bahn
eines von vielen in der Ausführung befindlichen U-Bahnprojekte.
Zwischen und wurde die gesamte GN-Bahn zwischen
Gesundbrunnen und Leinestraße in Betrieb genommen. Damals
glaubte man, daß es mit den Bauarbeiten so weiter gehen würde,
in der Tat ging es der Wirtschaft relativ gut: Es waren die
Goldenen Zwanziger Jahre.
schließlich begann man auch südlich der Leinestraße unter
der Hermannstraße mit dem Bau der U-Bahn, um eine Anbindung an
den Südring herstellen zu können, ähnlich der Anbindung, wie
sie in Gesundbrunnen zum Nordring bestand. machte sich die
Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland bemerkbar: Die
Arbeitslosenzahlen explodierten, in der Stadtkasse klafften immer
größere Haushaltslöcher. Währenddessen entstand unter der
Hermannstraße der U-Bahntunnel. schließlich war die
Finanzlage derart angespannt daß unter anderem dieses
U-Bahnprojekt abgebrochen
werden mußte.
Damals bestand dieses Projekt aus einem rohbaufertigen Tunnel vom
Endbahnhof Leinestraße bis zum neuen Bahnhof Hermannstraße.
Auch der Bahnhof Hermannstraße war samt Zugangsbauwerke zu einem
Drittel rohbaufertig. Es fehlte nur noch der Rest des Bahnhofes
unter und südlich der Ringbahn. Als Abschluß der Bauarbeiten
wurden provisorische Wände errichtet, die den neuen Tunnel gegen
den betriebenen Tunnel an der Leinestraße abgrenzen. Die
weitgehend fertigen Treppenabgänge am neuen Bahnhof
Hermannstraße wurden durch Betonplatten versiegelt.
geschah dann doch noch etwas: Das Bahnhofsfragment wurde zu
einem Öffentlichen Luftschutzraum ausgebaut und rettete somit
vielen Neuköllnern während der Angriffe im Zweiten Weltkrieg
das Leben.
Danach wurde es ruhig um diesen Tunnel. Dadurch daß die S-Bahn
der DDR-Reichsbahn unterstand, gab es für den Bausenat
Westberlins keine Veranlassung mehr, diesen Tunnel
fertigzustellen, zumal die heutige U-Bahnlinie 7 in der
Karl-Marx-Straße weitgehend parallel verläuft. Natürlich gab
es Pläne mit diesem Tunnel: Im Rahmen einer U-Bahn nach Britz
sollte die Linie 8 ab Leinestraße dorthin verlängert werden.
In den 60er Jahren war die BVG um Abstellmöglichkeiten für
altgediente U-Bahnzüge verlegen. Dieser Tunnel bot sich dafür
an: Die abgrenzenden Wände wurden beseitigt und im gesamten
Tunnel wurden zwei Gleise verlegt. In der Folgezeit wurden in
diesem Tunnel ausgemusterte B- und C-Züge abgestellt. Danach tat
sich erstmal nichts mehr. Die abgestellten Züge wurden
regelrecht vergessen.
legte die Deutsche Reichsbahn darüberhinaus die S-Bahn auf
dem Südring still. In der Folgezeit breitete sich die Flora auf
den alten Bahnanlagen aus, während der U-Bahntunnel mit den
darin abgestellten U-Bahnwagen von allen Senatsdienststellen
völlig vergessen dahinrottete. Ende der 80er Jahre -nachdem die
S-Bahn von der BVG übernommen worden war- gab es konkrete
Pläne, die S-Bahn über Hermannstraße nach Neukölln zu
reaktivieren. Von einer Fertigstellung der U-Bahn dagegen war
noch keine Rede!
Deutschland freute sich zwischenzeitlich über die geöffneten
Grenzen und die Wiedervereinigung.
In diesem Zusammenhang sollte die S-Bahn nicht nur nach
Neukölln, sondern sogar über die ehemalige Grenze bis nach
Baumschulenweg wieder aufgebaut werden; sie würde damit eine
schnelle Verbindung der westlichen Stadtteile mit dem
südöstlichen Umland darstellen. Die logische Schlußfolgerung
war, daß auch die U8 bis zur S-Bahn herangeführt werden sollte,
zumal nur noch wenige hundert Meter Tunnelbauwerk fehlten. Eine
Tatsache, die durchaus Sinn hat.
Aufgrund dieser Ausgangslage begann die Stadt im Frühjahr
mit den Bauarbeiten an der U-Bahn: Zunächst wurden die noch
vorhandenen U-Bahnzüge aus dem Tunnel entfernt: Hier freuten
sich einige U-Bahnliebhaber über einen im Wesentlichen gut
erhaltenen B-I-Zug, der in den musealen Bestand der fahrfähigen
Züge aufgenommen wurde. Die übrigen Züge landeten unterm
Schneidbrenner.
Unter der Ringbahn wurde eiligst der fehlende Bahnsteigteil für
die U-Bahn erstellt, auch errichtete man südlich der Ringbahn
einen Abstelltunnel, um deren Notwendigkeit zäh gestritten
wurde. Im Dezember war der Rohbau abgeschlossen, sodaß die
S-Bahn (Linien S45 und S46) über dem U-Bahntunnel in Betrieb
genommen werden konnte. Der U-Bahnbetrieb konnte im Juli
aufgenommen werden. Vom ersten Tag an erfüllten sich die
Wünsche der Planer nach einer ausgelasteten neuen U-Bahnstrecke,
deren Notwendigkeit hiermit unter Beweis gestellt wurde.
Die künstlerische Ausgestaltung wurde Senatsbaudirektor Reiner
G. Rümmler übertragen. Rümmler entwarf seit nahezu alle
U-Bahnhöfe im Westen Berlins. Für Ihn war dies der letzte
Bahnhof, er ging anschließend in Pension. Rümmler nimmt
inzwischen einen ähnlichen Rang als U-Bahnarchitekt ein, wie
Alfred Grenander bei den Vorkriegsbahnhöfen. Für Rümmler war
dieser Bahnhof in doppelter Hinsicht eine Besonderheit: Für
seinen Spätstil sehr ungewöhnlich entwarf er einen sehr streng
gehaltenen Bahnhof in den Farben Türkis, Schwarz und Weiss.
Hiermit stellte er eine enge Beziehung zu den von Grenander
entworfenen übrigen Bahnhöfen der GN-Bahn her. Interessant ist
die Tatsache, daß Rümmler an einigen Stellen anstatt der
Kacheln Glaswände verwendete, wo man die nackte Betonwand sehen
kann; vor allem das, was darauf gemalt ist: Hinweistafeln für
die Benutzung der Luftschutzräume während des Zweiten
Weltkrieges.
***
| Linie U8 | Hermannstraße - Leinestr. - Hermannplatz - Alex - Osloer Str.- Wittenau |

August
Für 2,4
Millionen DM hat die BVG 120 U-Bahnwagen der Baureihe G-I nach
Nordkorea verkauft.
23. August
Der erste
H-Zug wurde vom Herstellerwerk an die BVG ausgeliefert. Er
gelangte auf dem Schienenweg über Wuhletal in das Gleisnetz der
U-Bahn.
1. September
Der U-Bahnhof Rathaus Friedrichshain wird umbenannt in
"Petersburger Straße".
Unter diesem Namen wurde er eröffnet.
29. September
6-Wagenzüge
auf der Linie U6.
Im Sommer begann die Bauabteilung der BVG am U-Bhf.Oranienburger Tor mit der Verlängerung des Bahnsteiges von 80 auf 105 Metern. Diese Baumaßnahme war Voraussetzung für den Einsatz von 6-Wagenzügen auf dieser extrem belasteten U-Bahnlinie. In kurzem Abstand begann die BVG mit den Bauarbeiten auf weiteren acht Bahnhöfen. Hierbei mussten die Bautermine und -abläufe mit den städtischen Versorgungsbetrieben, den Anliegern, und dem Straßenbahnbetriebsteil der BVG abgestimmt werden.
Bei den Baumaßnahmen beschränkte man sich bei der Verlängerung der Bahnsteige zu je einer Seite auf das betrieblich notwendigste Maß von 105 Metern, obwohl netzweit ca. 110 Meter üblich sind. Somit konnte auf eine Trassenverschwenkung an den Bahnsteigenden verzichtet werden, was die Baukosten und den Betriebsablauf auf der U6 entlastete. Diesen Baumaßnahmen schlossen sich Renovierungsarbeiten auf den gesamten Bahnhofsanlagen und Erneuerungen der gesamten Strecke an. Generell legte die Bauabteilung der BVG größten Wert auf eine behutsame Modernisierung der Bahnhofsanlagen entsprechend den historischen Vorbildern aus dem Eröffnungsjahr .
Bekannterweise handelt es sich bei dieser Strecke um die alte Nord-Süd-Bahn, die zwischen und als Transitstrecke durch Ostberlin betrieben wurde. Im Rahmen der damaligen Umstände beschränkten sich Erneuerungen jener Zeit nur auf das Notwendigste. Dadurch befand sich die Strecke in einem technisch sehr schlechten Zustand.
Die U6 bisher:
Diese U-Bahnlinie zählte seit jeher zu der am stärksten belasteten U-Bahnlinie in der Stadt. Dies galt auch zu Mauerzeiten! Zwischen und wurde diese im wesentlichen in den 20er Jahren eröffnete Linie erheblich erweitert und auf ihre heutigen Ausmaße mit exakt 20 Kilometern verlängert. Schon vor dem Krieg erwiesen sich die kurzen Bahnsteige der ältesten Strecke als betrieblicher Engpass. Die Konsequenz war damals, dass die Erweiterungen bis bereits die längeren Bahnsteige erhalten haben. Bei den vorhandenen Bahnhöfen blieb trotz Umbauplanungen alles beim Alten. Erst nach dem Krieg begann die damalige BVG-West mit dem Ausbau der kurzen Bahnhöfe. So erhielten die Neuköllner Bahnhöfe bis lange Bahnsteige mit dem Erfolg, dass die U7 seither mit 6-Wagenzügen fahren kann. Auch einige Bahnhöfe der U6 wurden seither verlängert: Leopoldplatz erhielt die 110 Meter langen Seitenbahnsteige anstatt des bis dahin vorhandenen Mittelbahnsteiges. folgte der Bahnhof Mehringdamm im Rahmen des viergleisigen Ausbaues. Er erhielt je einen 104,5 Meter langen Mittelbahnsteig. folgte der Bahnhof Paradestraße mit einem nunmehr 105,8 Meter langen Mittelbahnsteig. Der Bahnhof Wedding erhielt einen 110 Meter langen Bahnsteig zusammen mit einer neuen Kehrgleisanlage. Der letzte Bahnhof, der damals umgerüstet wurde, war der Bahnhof Hallesches Tor, der einen 110 Meter langen Bahnsteig erhielt, auch hier erfolgte der Umbau zusammen mit dem Bau einer Kehrgleisanlage. Von nun an war ein Sechswagenbetrieb zwischen Alt-Mariendorf und Hallesches Tor technisch möglich, doch wurde von dieser Betriebsform nie Gebrauch gemacht. Es verblieben die drei genutzten Bahnhöfe Reinickendorfer Straße, Kochstraße und der in Ostberlin gelegene Bahnhof Friedrichstraße, die weiterhin den Sechswagenbetrieb aufgrund ihrer kurzen Bahnsteige verhinderten. Die Folge war, daß seit Abschaffung der B-Wagen im Jahre nur noch Vierwagenzüge möglich waren. Um das Fahrgastaufkommen zu bewältigen, wurde während des Berufsverkehrs im 3-Minutentakt gefahren.
Dies waren aufgrund der auch zukünftig zu erwartenden Fahrgastauslastung unhaltbare Zustände. Bereits wenige Monate nach der politischen Wende in der DDR wurden die ersten Pläne zwecks Umbau der verbliebenen kurzen (und zu jenem Zeitpunkt zum Teil gesperrten) Bahnhöfe bekannt. Aufgrund der Dringlichkeit dieser Maßnahme wurde im Berliner Abgeordnetenhaus am 4.November der Beschluss zum Umbau gefasst. Hierzu wurden 250 Millionen DM veranschlagt und von einer Bauzeit von insgesamt vier Jahren ausgegangen. Diese lange Bauzeit erklärt sich aus der Tatsache, dass der Umbau unter vollem Betrieb der U-Bahn durchgeführt werden musste. Betriebseinschränkungen wurden nur an Wochenendabenden möglich.
Der Umbau:
Die Bauarbeiten begannen am 27.Juli im U-Bahnhof Oranienburger Tor. Zugleich war dieser Bahnhof der erste, der bautechnisch bereits im April´94 fertig wurde.
Im September begannen die umfangreichen Bauarbeiten am Bahnhof Friedrichstraße. Sie wurden im Juni abgeschlossen. Am Bahnhof Reinickendorfer Straße und Kochstraße begannen die Arbeiten erst im Juli bzw. Oktober . folgte der Umbaubeginn an den Bahnhöfen Stadtmitte und Französische Straße. So blieben zunächst nur die Bahnhöfe Zinnowitzer Straße und Schwartzkopffstraße verschont. Dies erklärt sich aus der damals noch offenen Olympiafrage. Erst nachdem der Standort der Austragung der Spiele geklärt war, begann man im April´95 auch auf diesen beiden letzten kurzen Bahnhöfen mit den Bauarbeiten.
29. September
Der U-Bahnhof
Grottkauer Straße wird umbenannt in "Neue Grottkauer Straße".
1. Oktober
Die
U-Bahnlinien U1 und U15 wurden auf ZSA-Betrieb umgestellt.
Somit sind die Linien U1, U15, U6, U8 und U9 umgestellt.
1. November
Im U-Bahnhof Osloer Straße wird die erste Sicherheits-, Informations- und
Service-Leitstelle in Betrieb genommen. Mit ihr werden sämtliche U-Bahnhöfe
der Linien U6 und U9 überwacht.
14. Dezember
Der H-Zug
kommt an diesem Tag erstmalig in den Fahrgasteinsatz.
Er läuft auf der U6.
1. Januar
Nanu...!?
keine Fahrpreiserhöhung???
13. Januar
Die letzten
nach Nordkorea verkauften G-I-Züge haben auf dem Schienenwege
Berlin verlassen und werden in Wismar verladen um auf dem
Schiffswege zum Ziel zu kommen.
Auch die Prototypen von (Gustav) wurden kürzlich
abtransportiert. Sie allerdings gingen nach Ferchland zur
Verschrottung.
10. Februar
U-Bhf.
Hallesches Tor
Etwas fast Unglaubliches passierte heute in diesem Hochbahnhof:
Zur Zeit wird eine Fahrtreppe in diesem Bahnhof erneuert. So werden unter anderem die Treppensegmente ausgewechselt. Als der Monteur der Rolltreppenfirma nach einer Pause zurückkehrte staunte er nicht schlecht: 35 nagelneue Treppensegmente waren spurlos verschwunden. Offensichtlich wurden sie gestohlen, denn niemand konnte den Verbleib klären. Es stellt sich die Frage, wer was mit diesen Treppenstufen anfangen will. Offensichtlich wollte jemand -mit großen Aufwand und aus welchem Grund auch immer- die BVG schädigen. Oder schädigte sich die BVG durch ihre eigene Bürokratie selbst?
1. März
Die BVG
führt den ABC-Tarif ein.
Juli
Der U-Bahnhof Nollendorfplatz wird grundinstandgesetzt. Abschluss
der Bauarbeiten im Jahre .
13. September
Tag des
offenen Denkmals:
Berlin hat ein neues Museum: Im alten Stadion-Stellwerk wurde ein
"U-Bahnmuseum" eröffnet.
Januar
Am Hafenplatz
begannen die Baurbeiten für Berlins 169. U-Bahnhof.
Dieser zwischen Potsdamer Platz und Gleisdreieck gelegene Bahnhof
erhält den Namen "Mendelssohn-Bartholdy-Platz".
Bisheriger Arbeitstitel: "Hafenplatz".
Januar
4 Millionen
DM stellt die BVG zur Rekonstruktion des U-Bahnhofes Rathaus
Neukölln zur Verfügung. Auf Werbung an den Hintergleistafeln
soll in diesem Bahnhof verzichtet werden. Stattdessen werden dort
Bildnisse aus der Geschichte Neuköllns montiert.
24. Mai
Der U-Bahnhof
Petersburger Straße wird umbenannt in Frankfurter Tor.
Der Bahnhof und seine vielen Namen:
| 1930 | Petersburger Straße |
| 1947 | Bersarinstraße |
| 1958 | Bersarinstraße (Frankfurter Tor) |
| 1958 | Frankfurter Tor |
| 1991 | Rathaus Friedrichshain |
| 1996 | Frankfurter Tor (nur vorgesehen!) |
| 1996 | Petersburger Straße |
| 1998 | Frankfurter Tor |
27. Juli
Richtfest am
Mendellsohn-Bartholdy-Park
Spätsommer
Der U-Bahnhof
Borsigwerke (U6) erhielt eine neue Fliesenverkleidung. Die
Fliesen sind wieder gelb, wie schon zuvor, also seit
1. Oktober
U-Bhf. Mendelssohn-Bartholdy-Park eröffnet.
Es handelt sich hierbei um einen Hochbahnhof mit zwei Seitenbahnsteigen im Zuge der Linie U2. Zu den benachbarten Bahnhöfen Potsdamer Platz sind es 619 Meter, zum Gleisdreieck 469 Meter. Bei der Strecke handelt es sich um die am 18. Februar eröffnete "Abzweigstrecke zum Potsdamer Platz" und zählt zu der ersten Hochbahnstrecken überhaupt. Zwischen und war die Strecke mauerbedingt ausser Betrieb. Lediglich zwischen und pendelte auf der westlichen Gleistrasse die Magnetbahn auf ihrem Weg zwischen Gleisdreieck unf Kemperplatz. Wenige Meter nördlich des heute eröffneten Bahnhofs befand sich damals der M-Bahnhof "Bernburger Straße".
Die eigentliche Hochbahnstrecke wies an des Stelle des neuen Hochbahnhofs bereits ein Gefälle in Richtung Tunnelmund am Potsdamer Platz auf. Bei den Wiederaufbauarbeiten Anfang der 90er Jahre wurde mit Rücksicht auf die spätere Anlage des damals noch "Hafenplatz" genannten Bahnhofsprojektes das Rampenbauwerk völlig neu erbaut. Es war notwendig erstens die Rampe steiler als ursprünglich anzulegen und zweitens den Tunnelmund um etwa 50 Meter Richtung Potsdamer Platz zu verlegen. Auf diese Weise wurde es möglich, einen Gleisabschnitt von etwa 120 Metern zu erhalten, der absolut waagerecht liegt und kein Gefälle aufweist. Dies war aboslute Voraussetzung zur Anlage des heute eröffneten Hochbahnhofes.
Dieser direkt am Landwehrkanal (Reichpietschufer) gelegene Bahnhof bietet insbesondere für die Büros des neuen Debis-Viertels einen guten U-Bahnanschluß.
Dezember
Bei der BVG
beginnt die Ausserdiensstellung sämtlicher D-Einheiten der
Baujahre bis .
(Baureihen D57/D-60/D-63/D-65)
Ein Teil dieser Züge wurde an die BVB im Osten verkauft und
kam bedingt durch die Wiedervereinigung zur BVG-West zurück.
Einige Einheiten allerding behielten nach der Vereinigung die
"Hauptstadt-Lackierung" in beige/gelb.
8. Januar
Auf der U2
wird der ZSA-Betrieb eingeführt.
Somit ist die Linie U7 die letzte Berliner U-Bahnlinie, auf der
die Züge noch durch Zugabfertiger abgefertigt werden.
27. Januar
Der erste
H-Serienzug befindet sich im Fahrgasteinsatz
(H-99, Einheit-Nr. 5003)
31. Mai
Der U-Bahnhof
Olympia-Stadion (Ost) verliert seinen Zusatztitel und nennt sich
seither nur noch "Olympia-Stadion".
Erst wurde diese Bezeichnung "(Ost)" eingeführt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Der Hintergedanke war, dass der eröffnete S-Bahnhof Olympiastadion ( stillgelegt) mit seiner Eröffnung den Namen "Olympia-Stadion (Süd)" erhalten sollte. Die S-Bahn GmbH verzichtete jedoch auf diese Namensergänzung. Somit bestand nun für die BVG nicht mehr der Grund, es bei der bisherigen Bahnhofsbezeichnung zu lassen. Der neue Name lautet daher "Olympia-Stadion". Interessant ist dennoch der Unterschied in den Schreibweisen bei BVG und S-Bahn: Der S-Bahnhof wird nach wie vor zusammengeschrieben, der U-Bahnhof dagegen wird durch einen Bindestrich getrennt und Stadion groß geschrieben.
Das ändern der Bahnhofsbeschilderung gestaltete sich relativ einfach: Die Monteure, die die Schilder ausgetauscht haben, haben diese Schilder zwischengelagert. Hatte da jemand eine Ahnung?. Jedenfalls wurden diese aus dem Jahre stammenden Schilder wieder montiert.
8. Juli
Der Ende
Januar geschlossene Mäusetunnel wurde wiedereröffnet.
Dieser jahrzehntelang extrem wenig beliebte (und fast 30 Jahre
gesperrte) Tunnel wurde vollkommen renoviert und hat sein
düsteres Ambiente abgelegt. Die Renovierung kann wirklich als
gelungen angesehen werden, denn es gelang den Architekten, die
unglückliche Geometrie des Bauwerks durch optische Täuschungen
zu tarnen. Der Tunnel ist 260 Meter lang und auf dem Weg zur U2
zunehmend enger und niedriger. Noch dazu hat er ein leichtes
Gefälle. Dies sind alles Eigenschaften, die einen Tunnel, noch
dazu in trüben Neonlicht mit blätternder Farbe, als extrem
unsympatisch erscheinen lassen.
Sommer
Die
eröffnete unterirdische Vorhalle des Bahnhofs Fehrbelliner Platz
wird renoviert. Fertigstellung war für Sommer vorgesehen.
26. September
Die Linie U7
wird als letzte U-Bahnlinie auf ZSA-Betrieb umgestellt.
Herbst
Die Rohbauarbeiten am neuen U-Bahnhof "Reichstag" wurden
abgeschlossen. Entstanden ist ein U-Bahnhof mit einem sehr breiten
Mittelbahnsteig und hochgelegener Zwischenpodeste als Vorhallen mit freier Sicht
auf den Bahnsteigbereich.
16. Oktober
Letzter Stahldora im
Einsatz
Letzter
Einsatztag der Baureihe D im Berliner Großprofil.
wurden diese Züge als "Gelbe Blitze" von der
Presse bejubelt. Es waren die ersten Seriennneubauten der
Nachkriegszeit für die Berliner U-Bahn.
Als älteste Zugbaureihe im Großprofil werden derzeit noch
DL-Züge (ab Baujahr: 1965) eingesetzt. Auch ihre Monate bis zur
Ausmusterung sollen schon gezählt sein.
November/Dezember
Die BVG
mustert alle A3-60er und einige A3-64er-Züge aus. Die
A3-60er-Einheit 999/998 bleibt erhalten, da sie seit mit
Kurvenschmier-Einrichtungen ausgestattet ist. Diese Einheit wird
als Museumszug gehandelt, da es der erste Neubauzug der BVG war. Einige A3er
werden zum Verschrotten nach Brandenburg/H. transportiert.
23. November
Der Bahnhof
Mendelssohn-Bartholdy-Park war der letzte Bahnhof, an dem die
Zugabfertigung noch durch Bahnsteigpersonal erfolgte. Den Beruf
des "Zugabfertigers" gibt es bei der BVG im normalen
Betrieb nicht mehr.
30. November
Die letzte Einheit des Zugtyps H-98 ist an die BVG ausgeliefert worden. (Einheit
5026)
Dezember
Auf dem Eckgrundstück Ungarn-, Müllerstraße wurde der Grundstein für ein
Einkaufszentrum gelegt. Es wird sich auf dem Gelände und gleichzeitig über dem
Tunnelmund der Betriebswerkstatt Seestraße befinden.
Dezember
Auf den Kleinprofilstrecken wird das neue Informationssystem "Daisy"
nach einer monatelangen Testphase in Betrieb genommen. Es kündet auf den neuen
Zugzielanzeigern die tatsächliche Ankunft des Zuges in Minuten an.
