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Die 1910er Jahre
1910
1. Januar Die Hochbahngesellschaft verkauft die "Flachbahn" (Warschauer Brücke - Zentralviehhof) für 700.000 RM an die Stadt Berlin.
März
Baubeginn der
"Erweiterten Spittelmarktlinie" zunächst bis zum
Alexanderplatz
Jahresende
Baubeginn der
"Kurfürstendamm-U-Bahn" bis Uhlandstraße
30. November
Vertrag
zwischen der Hochbahngesellschaft und der Stadt Schöneberg
zwecks Tarifgemeinschaft mit der Schöneberger Untergrundbahn
wird unterzeichnet.
1. Dezember
Schöneberg hat eigene
Untergrundbahn!
Feierliche
Eröffnung der Schöneberger Untergrundbahn auf gesamter
Betriebslänge.
Die Bahnhöfe:
Nollendorfplatz, Viktoria-Luise-Platz, Bayerischer Platz, Stadtpark (heute: Rath.Schöneberg), Hauptstraße (heute: Innsbrucker
Platz)
Am Nollendorfplatz besteht ein überdachter Direktübergang zur
Berliner Hochbahn, aber keine Gleisverbindung. Daher ist diese
Linie betrieblich autonom.
Zu dieser Bahn gehört eine eigene Betriebswerkstatt an der
Schöneberger Eisackstraße und 12 Triebwagen. Die Triebwagen
verfügen jeweils über zwei Fahrmotoren und eine
2/3-Klassenaufteilung der III. und II. Klasse.
Die Schöneberger Untergrundbahn
| Zuggr.I | Warschauer Br. - Möckernbrücke - Leipziger Platz - Spittelmarkt |
| Zuggr.II | Warschauer Br. - Möckernbrücke - Bülowstraße - Zoologischer Garten |
| Zuggr.III | Spittelmarkt - Leipziger Platz - Bülowstraße - Zoo - Bismarckstraße - Wilhelmplatz |
| Zuggr.IV | Bismarckstraße - Reichskanzlerplatz (Westendstrecke) |
| Schöneberg | Nollendorfplatz - Bayerischer Platz - Hauptstraße |
1910 Wagenpark
Beschaffung
der "11.Lieferung":
4 Trieb- und 4 Beiwagen bekannter Hochbahnbauart.
Netzplan Dezember (mit der eigenständigen Schöneberger U-Bahn)
1911
30. Juli
Umbaubeginn
am U-Bhf. Wittenbergplatz.
1. November
Hochbahngesellschaft
nahm zweites Kraftwerk in Ruhleben in Betrieb: Das Kraftwerk
"Unterspree"
1.Dezember
Betriebsübernahme
der Schöneberger U-Bahn von Siemens & Halske
Lt. Betriebsvertrag führte Siemens im ersten Betriebsjahr den
U-Bahnbetrieb selbst durch.
Wagenpark :
Beschaffung
der "12. Lieferung":
6 Triebwagen III. Klasse und 12 Beiwagen.
Neu bei diesen Beiwagen ist, dass sie eine Klassenaufteilung zu
2/3 der III. und II.Klasse erhielten.
1912
15. Februar 10 Jahre Berliner Hochbahn
Ministerfahrt der Hamburger Hochbahn
1. März
Betriebsaufnahme
der Hamburger Hochbahn auf einem Teilstück der
sog. "Ringlinie" zwischen Rathausmarkt und Barmbeck
Die Hamburger
Hochbahn lehnt sich technisch sehr eng an die Berliner Hochbahn
an. Wesentliche Unterschiede
bestehen lediglich in dem etwas vergrößerten Fahrzeugprofil
sowie in der hängenden Stromschienen-Konstruktion, sowie der
Verzicht auf die Schlupftür in der Stirnfront der Fahrzeuge.
www.hochbahnbuch.de,
die Seite von André Loop
www.hochbahn.com,
die Seite der Hamburger Hochbahn AG
18. März
Stadt Berlin
gestattet der AEG den Bau der Gesundbrunnen-Neuköllner Bahn.
Entsprechender Vertrag wurde unterzeichnet.
27. März
Wassereinbruch
an der Inselbrücke
Im Zuge der Bauarbeiten an der "Erweiterten
Spittelmarktlinie" (auch "Centrumslinie" genannt)
kam es zu einem Wassereinbruch. Verantwortlich war ein
Konstruktionsfehler bei dieser ersten offen gebauten
Flussunterfahrung Deutschlands.
2. April
Bedingt durch
den Wassereinbruch war der U-Bahnverkehr zwischen Spittelmarkt
und Leipziger Platz nicht möglich. An diesem Tage konnte der
Zugverkehr wieder aufgenommen werden, nachdem der Tunnel
leergepumpt wurde.
Mai
In diesem
Monat begannen die Bauarbeiten am Gleisdreieck.
Anstatt eines Gleisdreiecks wurde daraus eine kreuzförmige
Anlage mit einem Bahnhof. Zunächst wurde der laufende
Hochbahnbetrieb nicht beeinträchtigt.
25. Juli
Letztmalig
fuhren an diesem Tage Züge von Warschauer Brücke nach
Spittelmarkt.
Die Gleisverbindung Möckernbrücke - Leipziger Platz wurde
aufgrund der voranschreitenden Bauarbeiten im Gleisdreieck
stillgelegt.
2.November
An diesem
Tage wurde der durchgehende Zugverkehr Warschauer Brücke - Zoo
stillgelegt.
Die Bauarbeiten am Gleisdreieck machen auch diese Stillegung
erforderlich
3. November
U-Bhf.
"Gleisdreieck" eröffnet.
Von nun an endeten die von Warschauer Brücke kommenden Züge im
provisorisch fertigen Bahnhof Gleisdreieck. Auch die Züge zwischen Zoo und
Spittelmarkt halten seither hier.
Der Bahnhof
Gleisdreieck
Im Zusammenhang mit den Bauten der ersten Hochbahnstrecken
entstand im Zentrum des Streckennetzes das sogenannte
Gleisdreieck. Diese dreieckige Gleisanlage gestattete einen
freizügigen Zugverkehr in alle erdenklichen Richtungen. Negativ
dagegen fiel auf, dass eine maximale Zugdichte von fünf Minuten
vorgegeben war. Hinzu kam die unübersichtliche und dazu schwer
einsehbare Konstruktion der Anlage.
Am 26.September kam es aufgrund dieser Voraussetzungen zu
einem folgenschweren Unfall: Zwei Züge näherten sich dieser
Anlage und sollten Richtung Warschauer Brücke fahren. Einer der
Züge hatte Verfrühung und hätte vor der Anlage am
HALT-zeigenden Signal warten müssen. Aus schwer
nachvollziehbaren Gründen übersahen sowohl der Zugführer als
auch der Begleiter das rote Signal und der Zug fuhr in die Anlage
ein. Einzig der Stellwerk-Bedienstete konnte das Unheil kommen
sehen aber nichts dagegen unternehmen, da die Züge damals weder
über Funk noch über eine Zwangsbremsanlage verfügten. Der
verfrühte Zug fuhr dem planmäßigen Zug in die Flanke und
drückte die ersten beiden Wagen aus den Schienen. Ein Wagen
stürzte hierbei vom Viadukt in die Tiefe. Durch diesen
Zwischenfall kamen 21 Personen ums Leben.
Für die Stadt war dies Anlass genug, die Hochbahngesellschaft zu
einem Umbau der Anlage zu zwingen. Dieser Umbau fand unter
laufendem Betrieb zwischen Sommer und August statt.
Die Gleisverzweigungen wurden aufgehoben und gleichzeitig wurde
ein Bahnhof eingefügt, der nach Plänen von Sepp Kaiser
entstand.
Der Bahnhof -eine stählerne Hallenkonstruktion- ruht auf einem
Fundament vieler steinerner Viaduktbögen. In der unteren Ebene,
die über einen Zugang verfügt, halten die Züge von
Spittelmarkt nach Wilhelmplatz und zurück; im oberen
Bahnhofsbereich dagegen halten die Züge von und nach Warschauer
Brücke. Die beiden Ebenen sind über ein Treppenkreuz
miteinander verbunden. Betrieblich wird die Strecke zur
Warschauer Brücke unabhängig betrieben, dennoch sind am
Gleisdreieck Gleisverbindungen vorhanden, um U-Bahnwagen
austauschen zu können. Die Räumlichkeiten unterhalb des
Bahnhofes werden seither für innerbetriebliche Zwecke der U-Bahn
als Werkstätten genutzt.
Die Zuggruppen (Linien) ab 3. November :
| Zuggr.I | Spittelmarkt - Leipziger Platz - Bülowstraße - Zoo - Bismarckstraße - Wilhelmplatz |
| Zuggr.II | Warschauer Brücke - Gleisdreieck (Östliche Stammstrecke) |
| Zuggr.III | Nollendorfplatz - Bayerischer Platz - Hauptstraße (Schöneberger U-Bahn) |
| Zuggr.IV | Bismarckstraße - Reichskanzlerplatz (Westendstrecke) |
3. November
Westlich der
Siedlung Westend nimmt die Hochbahngesellschaft die neue
Betriebswerkstatt "Grunewald" in Betrieb. Sie ist durch
einen zweigleisigen Tunnel unter der Reichsstraße vom U-Bhf.
Reichskanzlerplatz aus erreichbar.
1. Dezember
Der neue
U-Bahnhof Wittenbergplatz wurde in Betrieb genommen.
Vom alten U-Bhf. aus dem Jahre war nichts übrig geblieben.
Der neue Bahnhof verfügt über 5 Gleise, wovon zunächst nur
zwei Gleise in Betrieb waren.
Oberirdisch wurde eine damals umstrittene neue Eingangshalle
erbaut, die den Platz völlig beherrscht.
Architekt dieser Anlage ist Alfred Grenander.
Der neue U-Bhf Wittenbergplatz
1912 Wagenpark
Die Hochbahn
bekommt 4 Triebwagen III.Klasse und 4 Beiwagen beider Klassen.
Auch die Schöneberger U-Bahn bekommt zu ihren 12 Triebwagen 6 baugleiche hinzu.
2. Dezember
Die Stadt
Berlin beginnt mit dem Bau der sogenannten
"Nord-Süd-Bahn" in der Chausseestraße.
1913
21. Januar
Betriebswerkstatt
Grunewald wurde in Betrieb genommen.
Die Anlage umfasst zunächst ein Hauptwerkstätten-Komplex mit
den dazugehörigen Einrichtungen, sowie einen Wagenschuppen mit
12 Gleisen. Die Anlage ist derart ausgedehnt, dass zu einem
späteren Zeitpunkt drei weitere Wagenschuppen erstellt werden
konnten. Auch der Hauptwerkstattbereich kann um das Doppelte
vergrößert werden.
8. Juni
Fertigstellung
des neuen Bahnhofs "Stadion"
Dieser behelfsmäßige Bahnhof entstand auf dem Gelände der
Werkstatt Grunewald und ermöglichte U-Bahnfahrten zum Deutschen
Stadion bei entsprechenden Anlässen. In der Tat wurde die
Strecke ab Reichskanzlerplatz nur bei sportlichen Veranstaltungen
genutzt.
Die U-Bahn unter
der Reichsstraße
begann die Hochbahngesellschaft den U-Bahntunnel vom
Reichskanzlerplatz aus unter der Reichsstraße und der
Schwarzburgallee voranzutreiben. Bestandteil dieses Tunnels war
ein Bahnhofsfragment, das als "Neu-Westend"
eröffnet wurde. Der Tunnel diente ab Ende als
Zufahrtstunnel zur neuen großräumigen Betriebswerkstatt am
Machandelweg. Im Frühjahr erfolgte der Bau eines
behelfsmäßigen Bahnhofs bei dieser Werkstatt: Dem Bahnhof
Stadion. Er ging am 8.Juni in Betrieb. Der Entwurf für
diesen einfachen im Einschnitt gelegenen Bahnhof stammte von Sepp
Kaiser, der auch den Hochbahnhof Gleisdreieck entwarf. Gegen
-31 wurde dieser Bahnhof durch einen Neubau von Alfred
Grenander ersetzt. Der Neubau übernahm die Bahnhofsbezeichnung
"Stadion". wurde der Bahnhof in
"Reichssportfeld" umbenannt. Die nächste Umbenennung
erfolgte , also 5 Jahre, nachdem das "Reich"
aufgehört hat zu existieren. Der neue Name lautete
"Olympia-Stadion". erfolgte die Umbenennung in
"Olympia-Stadion Ost" um wieder in
"Olympia-Stadion" zurückbenannt zu werden.
***
1. Juli Betriebseröffnung der
Centrumslinie
Die Centrumslinie schließt am Spittelmarkt an die
Spittelmarktlinie an. Die Bahnhöfe:
Inselbrücke (heute: Märkisches
Museum), Klosterstraße, Alexanderplatz
Zwischen den Bahnhöfen Inselbrücke und Klosterstraße
unterquert die Bahn die Spree. Der Bahnhof Klosterstraße wurde
baulich so vorbereitet, dass hier zu einem späteren Zeitpunkt
eine weitere Linie (nach Friedrichshain) ausgefädelt werden
könnte.
Am Alex findet die neue Strecke für einige Wochen ihr Ende.
Schnell entwickelte sich diese Linie zur Wichtigsten im gesamten
Netz: Die Züge ab hier fahren bis zum Charlottenburger
Wilhelmplatz.
27. Juli
U-Bahn erreicht den
Nordring
Die Centrumslinie wurde ab Alex erweitert bis zum Nordring.
Ein Teil der Strecke wurde, trotz erheblicher Proteste der
Anlieger, als Hochbahn ausgeführt.
Die Schönhauser Allee bot sich aufgrund ihrer Breite für eine
Hochbahn an.
Die Bahnhöfe:
Schönhauser
Tor (heute: Rosa-Luxemburg-Pl.), Senefelderplatz, Danziger Straße (heute: Eberswalder Str.), Nordring (heute: Schönhauser
Allee).
Trotz geplanter Erweiterung nach Pankow gilt die Centrumslinie
als fertiggestellt.
Erstmalig wurde auf dieser Strecke ein neues automatisches
Signalsystem der Fa. Siemens verwendet. Es erhöht die
Betriebssicherheit der U-Bahn wesentlich.
Netzplan Juli (mit der neuen Centrums- und Nordringstrecke)
August
Die
Bauarbeiten am Gleisdreieck sind abgeschlossen.
Das "Gleisdreieck" lebt nur noch als Name weiter.
Die Strecken kreuzen sich in diesem Bahnhof nur noch. Für
interne Zwecke existiert ein Verbindungsgleis beider Strecken.
9. Oktober
In
Anwesenheit von Polit-Prominenz wurde an diesem Tage die
"Wilmersdorf-Dahlemer Schnellbahn" feierlich eröffnet.
12. Oktober
U-Bahn in Wilmersdorf und
Dahlem eröffnet
Inbetriebnahme
von zwei U-Bahnstrecken: Der Wilmersdorf-Dahlemer U-Bahn und der
Kurfürstendamm-U-Bahn.
Die Kurfürstendamm-U-Bahn führt vom Wittenbergplatz unter dem Ku´damm bis zur Uhlandstraße und entstand auf Veranlassung der Stadt Charlottenburg. Ihr einziger Bahnhof ist der U-Bhf. Uhlandstraße. Für einen späteren Zeitpunkt war eine Verlängerung nach Halensee vorgesehen.
Näheres zur Kurfürstendamm-U-Bahn
Die Wilmersdorfer
U-Bahn beginnt ebenfalls am Wittenbergplatz (weshalb der
U-Bahnhof seit völlig umgebaut werden musste.) und führt
in südwestlicher Richtung zunächst durch Wilmersdorf, weiter
durch das damals geplante Rheingauviertel bis nach Dahlem.
Die Bahnhöfe:
Nürnberger
Platz (Bhf.
existiert nicht mehr), Hohenzollernplatz, Fehrbelliner Platz, Heidelberger Platz, Rüdesheimer Platz, Breitenbachplatz (ursprüngl. Arbeitstitel:
"Rastatter Platz"), Podbielskiallee, Dahlem-Dorf, Thielplatz.
Generell wurde beim Bau der Wilmersdorfer U-Bahn auf eine
gehobene künstlerische Ausstattung wert gelegt. So verzichtete
der Architekt Wilhelm Leitgebel zum Beispiel auf offene
Stahlstützen und nackte Trägerdecken in den Bahnhöfen, da der
Baustoff Stahl damals aus künstlerischer Sicht als minderwertig
betrachtet wurde. Es wurden nur "echte" Materialien
verwendet. Die Stützen sind zumindest mit Fliesen verkleidet und
die Decken mit Kassettenstuck versehen. Auch die Zugänge
strahlten mit ihren steinernen Umwehrungen eine gewisse Würde
aus und distanzierten sich völlig von den Grenanderschen
Standard-Eingängen der Hochbahngesellschaft. Natürlich war dies
alles eine Antwort Wilmersdorfs auf die U-Bahnbauten der
Hochbahngesellschaft und insbesondere der Nachbargemeinden
Schöneberg und Charlottenburg.
Im Vorfeld hatte es um den Bau dieser U-Bahn heftige Reibereien
mit den Nachbargemeinden gegeben: Es ging um erforderliche
Geländedurchfahrungen in den Nachbargemeinden, um einen Anschluss an das Hochbahnnetz zu erhalten. Wilmersdorf konnte auf
einen Baukostenzuschuss der Domäne Dahlem zurückgreifen, wenn
die Strecke bis an die Dahlemer Gemarkungsgrenze herangeführt
würde.
Dahlem führte die Strecke dann in eigener Regie als offene
Einschnittstrecke weiter.
Der Zugverkehr gestaltete sich folgendermaßen: Die Züge kamen
vom Alexanderplatz und befuhren ab Wittenbergplatz die
Neubaustrecke bis zum Fehrbelliner Platz. Dort setzten die Züge
aus und Kurzzüge bzw. einzelne Wagen befuhren unabhängig die
Reststrecke vom Fehrbelliner Platz bis Thielplatz. Diese
Betriebspraxis wurde damit begründet, dass das Fahrgastaufkommen
aufgrund der damals noch kaum vorhandenen Bebauung sehr gering
war und den Einsatz von 6-Wagenzügen nicht gerechtfertigt
hätte.
Näheres zur Wilmersdorf-Dahlemer Schnellbahn
| Zuggr.I | Nordring - Gleisdreieck - Wittenbergplatz -
Bismarckstraße - Wilhelmplatz Bei Bedarf: - Bismarckstraße - Stadion |
| Zuggr.II | Nordring - Gleisdreieck - Wittenbergplatz - Fehrbelliner Platz |
| Zuggr.III | Warschauer Brücke - Hallesches Tor -
Gleisdreieck (Östliche Stammstrecke) |
| Zuggr.IV | Nollendorfplatz - Bayerischer Platz - Hauptstraße (Schöneberger U-Bahn) |
| Zuggr.V | Bismarckstraße - Reichskanzlerplatz (Bei Bedarf: - Stadion) |
| Zuggr.VI | Fehrbelliner Platz - Breitenbachplatz - Thielplatz |
| Zuggr.VII | Wittenbergplatz - Uhlandstraße (Ku´damm-U-Bahn) |
Netzplan Oktober (mit der Wilmersdorfer- und der Ku´damm-U-Bahn)
1913 Wagenpark
Die
Hochbahngesellschaft beschafft aufgrund der massiven
Netzvergrößerung viele Neubauwagen:
20 Triebwagen III.Klasse, 1 Beiwagen III.Klasse, 5 Beiwagen II.
und III. Klasse (geteilt) sowie 14 Beiwagen II. Klasse.
All diese Wagen wurden in der "13. Lieferung"
zusammengefasst.
Unmittelbar
anschließend wurde die baugleiche "14. Lieferung"
beschafft. Sie bestand aus:
28 Triebwagen III.Klasse herkömmlicher Bauart, 10 Triebwagen
ohne Führerstand (sog. Motorwagen für die Zugmitte), 20
Triebwagen mit II. und III.Klasse-Ausstattung sowie nur
Teilmotorisierung, 5 Triebwagen mit je zwei Fahrmotoren und zwei
Führerständen, 24 Beiwagen II.Klasse und abschließend 14
Beiwagen III. Klasse.
Zum Jahresende verfügt die Hochbahngesellschaft über:
226 Triebwagen
mit einem, sowie zwei oder auch ohne Führerstände
174 Beiwagen der II., der III. oder beider Klassen
und somit über
insgesamt 400 U-Bahnwagen.
Hinzu kommen die 18 Triebwagen der Schöneberger Untergrundbahn,
die nur dort laufen.
Dezember :
Baubeginn der
AEG-Schnellbahn in der Brunnenstraße. Die AEG-Bahn sollte ab
als "GN-Bahn" zwischen Gesundbrunnen und Neukölln
verkehren, so die damalige Planung.
Die Schwebebahngleise von (siehe dort!) wurden
zwischenzeitlich wieder demontiert, da diese Bahn zu den Akten
gelegt wurde.
1914
17.Februar: Die AEG
gründete die "AEG-Schnellbahn-AG" als
Tochtergesellschaft.
Dieses Unternehmen sollte die GN-Bahn bauen und später
betreiben.
17. März
Die Hochbahngesellschaft gründet ein eigenes Omnibus-Unternehmen: Die "Hochbahn-Omnibus-GmbH".
2. Mai
Die Hochbahn-Omnibus-GmbH nimmt den regulären Omnibusbetrieb auf der ersten
Linie auf: Neukölln (Ringbhf. Hermannstraße) - Ringbahnhof Prenzlauer Allee
19. Mai
Weitere Omnibuslinien:
Hermannplatz - Stettiner Bahnhof sowie Tempelhof (Hohenzollernkorso) - Stettiner
Bahnhof
4. - 10. August
Sämtliche Hochbahn-Omnibuslinien werden eingestellt, da die Fahrzeuge der
Reichsheeres-Verwaltung übergeben werden müssen.
1. Juli :
Der Erste
Weltkrieg ist ausgebrochen!
Ende :
Die ersten
Tunnelabschnitte der städtischen Nord-Süd-Bahn stehen vor der
Rohbaufertigstellung.
Der begonnene 1. Weltkrieg zwingt aufgrund von
Arbeitskräftemangel zu einem verhalteneren Arbeitstempo.
Charlottenburg beschloss, den Bau der Kurfürstendamm-U-Bahn zwischen Uhlandstraße und Halensee wegen des Krieges auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
1915
1. Juli
Die
Hochbahngesellschaft beginnt, trotz der widrigen wirtschaftlichen
Umstände mit dem Bau einer Entlastungsstrecke zwischen
Gleisdreieck und Wittenbergplatz.
Am Nollendorfplatz entsteht nun der von Schöneberg so lang
ersehnte Gemeinschaftsbahnhof zwischen Hochbahn und Schöneberger
U-Bahn.
Baubeginn der U-Bahn in der nördlichen Motzstraße (heute: Else-Lasker-Schüler-Str.), Genthiner Straße und Kurfürstenstraße. Der U-Bahneingang zum Schöneberger U-Bahnhof muss wegen der Bauarbeiten beseitigt werden und wird nach dem bislang außer betrieb befindlichen U-Bahnhof "Neu-Westend" verlegt.
Die Bauausführung umfasst zunächst nur den neuen U-Bahnhpf Nollendorfplatz mit allen diesen Bahnhof umgebenden Tunnelabschnitten. Es ist stark anzunehmen, dass der Schöneberger U-Bahnhof seither nur noch eingleisig betrieben wurde.
Ende
In der
Brunnenstraße entstand im Rohbau der Bahnhof
"Voltastraße" für die AEG-Bahn (GN-Bahn)
Auch bei der GN-Bahn macht sich der Mangel an Arbeitskräften
zunehmend bemerkbar.
Netzplan mit den Ausbauplanungen der nächsten Jahre:
1916
18. März Einige Monate vorher begann die AEG-Schnellbahn-AG mit dem Bau eines Spreetunnels in der Nähe der Jannowitzbrücke. An diesem Tage kam es zu einem Wassereinbruch an dieser Stelle
Ende
Der
GN-Bahn-Spreetunnel konnte nach kurzer Bauunterbrechung wegen des
Wasserschadens fertiggestellt werden.
Auch unter der Brunnenstraße entstand ein weiteres Baulos.
Dieses Los umfasst den späteren Bahnhof "Bernauer
Straße".
Derzeit beschränkt sich der Tunnelbau nur auf ein kurzes Stück
in der Brückenstraße südlich der Jannowitzbrücke.
1917
Jahresende:
Der Tunnel
unter der Brückenstraße (GN-Bahn) wurde fertiggestellt. Die
AEG-Schnellbahn-AG hat den Tunnelbau komplett eingestellt. Zur
Erinnerung: sollte Eröffnung gefeiert werden.
Auch die Hochbahngesellschaft hat den begonnenen Bau der Entlastungsstrecke nun aufgegeben. Der U-Bahnhof Nollendorfplatz ist im Rohbau vollendet. An diesem Bahnhof fehlt nur noch der Innenausbau und die oberirdische Vorhalle.
Weitere Projekte (wie die Linie ab Klosterstraße nach Friedrichshain) wurden auf unbestimmte Zeit vertagt.
Auch bei der
Nord-Süd-Bahn wurde der Bau beendet. Dort sind zwei Baulose
rohbaufertig, weitere vier Baulose befinden sich im Rohbaustadium
und an einem Baulos hat der Bau noch nicht begonnen.
Als man Ende mit dem Bau dieser Linie begann, dachte man an
eine Fertigstellung bis .
In Berlin ruht jeder U-Bahnbau!
1918
1.April: Neue Verkehrstarife: Die Fahrpreise werden im Schnitt um je 5 Pfennig angehoben.
(Einzelfahrt 12 Stationen bisher 20, nunmehr 25 Pfg.)
11.November
Der Kaiser
hat abgedankt, der Krieg ist zu Ende.
1919
1919
Die Stadt
denkt laut darüber nach, die Baugruben und Tunnelabschnitte der
Nord-Süd-Bahn zuzuschütten.
Kostenuntersuchungen zeigten jedoch, dass diese Maßnahme
ebensolche Kosten verursachen würde, wie die bauliche
Fertigstellung der Strecke. Man denkt nun an einen
mittelfristigen Weiterbau dieser Strecke.
Die zu diesem Zeitpunkt noch selbständige Stadt Neukölln beginnt unter der Hermannstraße mit dem Bau einer U-Bahnstrecke für die GN-Bahn.
23. Januar: Tarifanpassung
Die Fahrpreise werden erhöht: Fahrt 12 Stationen von bisher 25
Pfg auf nunmehr 35 Pfg. (III.Kl)
1919
Wegen
Arbeitsunruhen ruhte der U-Bahnverkehr im Jahre an 23 Tagen
